Bronze für Schleswig-Holstein bei den Finals 2026 in Hannover

Starker Auftritt der JVSH-Auswahl: Nach fünf Mannschaftsbegegnungen und einer beeindruckenden Aufholjagd durch die Trostrunde sichert sich Schleswig-Holstein bei der Deutschen Mixed-Team-Meisterschaft der Landesverbände den 3. Platz.

Am 25. Juli 2026 wurde die Swiss Life Hall in Hannover zur großen Bühne für den deutschen Judosport. Im Rahmen der Finals 2026 Hannover wurde die Deutsche Mixed-Team-Meisterschaft der Landesverbände ausgetragen. Gekämpft wurde in sechs Gewichtsklassen – bei den Frauen bis 57 kg, bis 70 kg und +70 kg sowie bei den Männern bis 73 kg, bis 90 kg und +90 kg.

Für den Judo-Verband Schleswig-Holstein gingen Josephine Evers, Lotta Dressler, Mia Manukyan, David Ickes, Viktor Wandtke, Dominic Ressel, Vahe Muradyan, Nikita Nikitenko und Max Detlefsen an den Start. Betreut wurde die Mannschaft von Andreas Vogel, Jan Okur und Katharina Okur-Zink.

Eine besondere Herausforderung für das Team: Die Gewichtsklasse der Frauen bis 70 kg war regulär nicht besetzt. Damit musste Schleswig-Holstein in mehreren Begegnungen bereits mit einem kampflos abgegebenen Punkt kalkulieren.

Erfolgreicher Auftakt gegen Mecklenburg-Vorpommern

Zum Turnierauftakt traf Schleswig-Holstein auf Mecklenburg-Vorpommern und startete mit einem 4:2-Erfolg in den Wettbewerb.

Dominic Ressel (bis 90 kg) eröffnete gegen Hannes Päplow erfolgreich und holte nach 2:26 Minuten den ersten Punkt mit Ippon. Mia Manukyan (+70 kg) setzte sich gegen Lisa-Marie Hoppe über die volle Kampfzeit mit einer Yuko-Wertung durch.

Auch Nikita Nikitenko (+90 kg) steuerte gegen Ole Patzenhauer einen Sieg bei. Josephine Evers (bis 57 kg) geriet gegen Annika Spörcke mit zwei Yuko-Wertungen in Rückstand und musste sich anschließend nach einer Haltetechnik geschlagen geben.

David Ickes (bis 73 kg) machte schließlich mit einem sehenswerten Seoi-nage und Ippon den Mannschaftserfolg perfekt. Da die Gewichtsklasse bis 70 kg nicht besetzt war, ging dieser Punkt kampflos an Mecklenburg-Vorpommern.

Endstand: 4:2 für Schleswig-Holstein.

Bayern stoppt Schleswig-Holstein im Viertelfinale

Im Viertelfinale wartete Bayern. Mia Manukyan musste sich Raffaela Igl nach 1:14 Minuten durch eine Haltetechnik geschlagen geben.

Nikita Nikitenko traf anschließend auf Jonathan Bischoff. Nach einem eigenen Angriffsansatz konnte sein Gegner die Situation übernehmen und Nikita Nikitenko mit einer Innensichel werfen.

Josephine Evers hielt ihren Kampf gegen Hannah Frobenius lange offen, musste sich nach 3:52 Minuten jedoch ebenfalls durch eine Haltetechnik geschlagen geben.

Zusammen mit dem kampflos abgegebenen Punkt in der Klasse bis 70 kg war die Begegnung beim 0:4 vorzeitig entschieden.

Damit führte der Weg zur Medaille nun durch die Trostrunde.

Nordduell gegen Hamburg wird zum Krimi

In der Trostrunde wartete zunächst der Hamburger Judo-Verband, der zuvor sein Achtelfinale gegen Brandenburg verloren hatte. Das Nordduell entwickelte sich zu einer der spannendsten Begegnungen des Tages.

Mia Manukyan (+70 kg) setzte sich gegen Julia Eckert bereits nach 1:13 Minuten durch. Josephine Evers musste ihren Kampf gegen Marina Callsen abgeben, zudem ging die Klasse bis 70 kg an Hamburg.

Besonders spannend wurden die Begegnungen von Viktor Wandtke und Dominic Ressel. Beide Kämpfe gingen in den Golden Score – und beide Male behielten die Schleswig-Holsteiner die Nerven.

Viktor Wandtke entschied sein Duell gegen Raphael Akoto nach insgesamt 5:38 Minuten für sich. Auch Dominic Ressel musste gegen Georgy Yakhnin über die reguläre Kampfzeit hinaus und holte im Golden Score den entscheidenden Punkt.

Nach einer hochspannenden Begegnung hieß es 4:2 für Schleswig-Holstein.

Nächster 4:2-Erfolg gegen Sachsen

Mit Sachsen wartete der nächste Gegner in der Trostrunde – und Schleswig-Holstein setzte seinen Weg Richtung Medaille fort.

Nikita Nikitenko (+90 kg) gewann zum Auftakt gegen Bill Schweiger. Josephine Evers musste sich anschließend Anneliese Trappe geschlagen geben.

Viktor Wandtke bestätigte seine starke Tagesform und holte gegen Kevin Müller nach 3:24 Minuten den nächsten Punkt. Die Gewichtsklasse bis 70 kg ging erneut kampflos an den Gegner.

Damit lag die Entscheidung bei den beiden verbleibenden Kämpfen. Dominic Ressel (bis 90 kg) setzte sich nach 2:51 Minuten gegen Eduard Rudi durch. Mia Manukyan (+70 kg) machte anschließend gegen Luise Friede nach 3:03 Minuten den 4:2-Mannschaftserfolg perfekt.

Schleswig-Holstein stand damit im Kampf um Bronze.

Gegen Hessen zur Bronzemedaille

Im entscheidenden Duell gegen Hessen stellte das Trainerteam die Mannschaft noch einmal um.

Lotta Dressler (bis 57 kg) kam erstmals zum Einsatz und brachte Schleswig-Holstein durch einen kampflosen Sieg in Führung. Viktor Wandtke (bis 73 kg) setzte anschließend seine starke Turnierleistung fort und gewann gegen Alihan Nagimulin nach 2:50 Minuten.

Da die Gewichtsklasse bis 70 kg im letzten Mannschaftskampf besetzt werden musste, stellte sich Josephine Evers in den Dienst der Mannschaft und trat eine Gewichtsklasse höher an. Gegen Jana Ganza musste sie sich nach 2:59 Minuten geschlagen geben.

Dominic Ressel (bis 90 kg) gewann anschließend gegen Leon Schreder über die reguläre Kampfzeit.

Nun lag es an Mia Manukyan: Gegen Valentyna Furkalo benötigte sie nur 1:20 Minuten, um den vierten und entscheidenden Punkt für Schleswig-Holstein zu holen.

4:1 – Bronze war perfekt!

Der abschließende Kampf in der Gewichtsklasse +90 kg musste nicht mehr ausgetragen werden.

Starke Mannschaftsleistung wird mit Bronze belohnt

Nach fünf Mannschaftsbegegnungen konnte das Team aus Schleswig-Holstein eine beeindruckende Bilanz vorweisen:

Mecklenburg-Vorpommern 4:2 – Bayern 0:4 – Hamburg 4:2 – Sachsen 4:2 – Hessen 4:1.

Vier Siege aus fünf Begegnungen und vor allem die Reaktion nach der Viertelfinalniederlage machen diesen dritten Platz besonders wertvoll. Schleswig-Holstein kämpfte sich mit drei Siegen in Folge durch die Trostrunde bis zur Bronzemedaille.

Dabei zeigte sich die Stärke eines Mannschaftswettbewerbs besonders deutlich. Einzelne Rückschläge wurden gemeinsam aufgefangen, taktische Umstellungen funktionierten und gerade in den entscheidenden Situationen bewiesen die Athletinnen und Athleten Nervenstärke.

Der Judo-Verband Schleswig-Holstein gratuliert allen Athletinnen und Athleten sowie dem gesamten Trainer- und Betreuerteam zu einem hervorragenden 3. Platz bei den Finals 2026 in Hannover!

Bilder und Bericht: Andreas Vogel

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